Kindesunterhalt neu ab 01.01.2018

Neue Düsseldorfer Tabelle

ab 01.01.2018

 

Wie in den vergangenen Jahren auch hat das Oberlandesgericht Düsseldorf eine neue Unterhaltstabelle erstellt, die ab dem 01.01.2018 in Kraft tritt.

 

Hierbei ist die Düsseldorfer Tabelle kein Gesetz, sondern dient lediglich als Leitlinie für die Berechnung von Unterhalt für minderjährige Kinder oder volljährige Kinder, die den minderjährigen gleichgestellt werden.

 

Die gesamten Oberlandesgerichte der Bundesrepublik Deutschland übernehmen in der Regel die Düsseldorfer Tabelle und deren Werte.

Gewisse Abweichungen gibt es jedoch gelegentlich in den Leitlinien der verschiedenen Oberlandesgerichte, die der jeweiligen Berechnung des Unterhaltes zugrunde zu legen sind.

Insbesondere wirken sich diese Unterschiede bei der jeweiligen Berechnung des Einkommens des Unterhaltsverpflichteten aus, so dass die Besonderheiten des jeweiligen Wohnsitzes des Unterhaltsverpflichteten und Berechtigten zu berücksichtigen sind.

 

Es haben sich sowohl der eigentliche Unterhaltsbetrag, als auch der tatsächliche Zahlbetrag, den der jeweils Unterhaltsverpflichtete abzüglich des hälftigen Kindergeldes, das zur Zeit 192,00 € für das erste und das zweite Kind beträgt, zu zahlen hat.

So hat sich der Zahlbetrag in der 1. Einkommensstufe für Kinder von 0. bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres und für Kinder ab dem 6. bis zum 11. Lebensjahr jeweils um 5,00 € erhöht und für Kinder, die zwischen 12 und 17 Jahren alt sind, um 6,00 €.

Für Kinder, die älter als 18 Jahre sind, jedoch Minderjährigen gleich zu stellen sind, ist der Unterhalt gleichgeblieben und der Zahlbetrag um 2,00 € niedriger als im Vorjahr.

 

Bei mehr als zwei Unterhaltsberechtigten ist jeweils das Kindergeld erhöht, so dass sich dann die Zahlbeträge ebenfalls zusätzlich verändern.

 

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass allein durch die Änderung der Unterhaltstabelle sich der Unterhalt nicht ebenfalls verändert.

Hierzu ist es erforderlich, den Unterhaltsverpflichteten zur Zahlung des höheren Unterhaltes aufzufordern. Für die Vergangenheit kann Unterhalt auch nur dann rückwirkend verlangt werden, sofern der Gegner in Verzug war.

Eine umgehende Geltendmachung ist daher erforderlich.

 

Sofern seit über 2 Jahren von dem Unterhaltsverpflichteten keine Auskunft über seine Einkommensverhältnisse mehr erteilt worden ist, ist die Aufforderung zur Zahlung des höheren Unterhaltes zweckmäßigerweise mit der Aufforderung zur Darlegung seiner Einkommensverhältnisse zu verbinden, da auf diese Weise überprüft werden kann, ob nicht die Einkommensverhältnisse auch eine Höherstufung des Unterhaltsverpflichteten begründen würden.

 

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass der Auskunftsanspruch über die Einkommensverhältnisse des Unterhaltsverpflichteten, unabhängig von der Frage, ob ein Unterhaltsanspruch oder ein höherer Unterhaltsanspruch besteht, gegeben, sofern über eine Zeit von mehr als 2 Jahren keine Einkommensauskunft vorliegt.

 

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass der jeweils betreuende Elternteil die Überprüfung der Unterhaltsverpflichtung des jeweils anderen Elternteiles regelmäßig vornehmen muss, da es sich bei den Unterhaltsansprüchen allein um Ansprüche der Kinder handelt, die von dem betreuenden Elternteil gesichert werden müssen.

 

Sofern Sie noch Fragen zu der neuen Düsseldorfer Tabelle haben oder zur Berechnung des Unterhaltes oder Sie Unterstützung bei der Geltendmachung von Unterhalt wünschen, stehen wir gerne zur Verfügung und unterstützen Sie gerne bei der Durchsetzung der Rechte Ihrer Kinder.

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